Preise und Kosten von Hörgeräten (Teil 1)


27. November 2019   ·   René Kleine

Bei Hör­ge­rä­ten han­delt es sich um eine wich­tige Inves­ti­tion, bei der man natür­lich sicher gehen möchte, dass sich das auf­ge­wen­dete Geld und die auf­ge­wen­dete Zeit lohnen. Meine Emp­feh­lung ist es daher, meh­rere Geräte bis zu zwei Wochen in Ihrem Alltag zu testen, bevor Sie sich end­gül­tig für eine Hör­hilfe ent­schei­den. Denn Sie werden das Gerät nach dem Kauf die Woche über tag­täg­lich tragen – aus diesem Grund sollte Ihr Hör­ge­rät auch per­fekt funk­tio­nie­ren.

Im Anschluss finden Sie nütz­li­che Infor­ma­tio­nen zu den Kosten eines Hör­ge­räts.

Die Unter­schiede eines Privat- und gesetz­lich Ver­si­cher­ten

Zunächst ist zu sagen, dass es zwei unter­schied­li­che Arten von Ver­si­cher­ten gibt: die gesetz­lich und die privat Ver­si­cher­ten.

Hör­ge­räte sind indi­vi­du­ell auf Sie ange­passte Medi­zin­pro­dukte, ver­gleich­bar wie Ein­la­gen für die Schuhe oder ein Zahn­er­satz. Daher bezu­schus­sen die Kran­ken­has­sen Ihren Kauf von Hör­ge­rä­ten. Die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen zahlen bei einer bei­doh­ri­gen Ver­sor­gung ca. 1.500 EUR dazu. Bei einer ein­sei­ti­gen Ver­sor­gung die Hälfte, dem­entspre­chend 750 EUR. Die Zuzah­lung der pri­va­ten Kran­ken­kas­sen weicht von der gesetz­li­chen erheb­lich ab. Meis­tens aber zahlen diese ca. 3.000 EUR bei einer bei­doh­ri­gen Ver­sor­gung und ca. 1.500 EUR bei einer ein­sei­ti­gen Ver­sor­gung dazu.

Wei­ter­hin wird zwi­schen einer Erst-, Folge- oder einer vor­zei­ti­gen Wie­der­ver­sor­gung unter­schie­den. Eine Erst­ver­sor­gung bedeu­tet, dass sowohl der gesetz­lich als auch der privat Ver­si­cherte eine Ver­ord­nung vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt benö­tigt. Bei der Fol­ge­ver­sor­gung ver­hält es sich so, dass ein gesetz­lich Ver­si­cher­ter keine Ver­ord­nung durch den HNO benö­tigt, der privat Ver­si­cherte hin­ge­gen schon – dabei hat der gesetz­lich Ver­si­cherte nach sechs Jahren wieder Anspruch auf ein neues Hör­ge­rät, der privat Ver­si­cherte bereits nach fünf Jahren.

Ver­lust­ver­sor­gung oder irrepa­ra­bles Hör­ge­rät

Bei einer vor­zei­ti­gen Ver­sor­gung, z.B. bei Ver­lust, zu star­ker Hör­min­de­rung oder einem irrepa­ra­blen Hör­ge­rät, hat der Ver­si­cherte schon früher als die offi­zi­elle Ver­sor­gungs­zeit von fünf oder sechs Jahren einen Anspruch auf neue Geräte von seiner Kran­ken­kasse. Dieses muss aller­dings immer durch einen HNO-Arzt mit­tels einer neuen Ver­ord­nung bestä­tigt werden.

All­ge­meine Kosten

Hör­ge­räte kosten zwi­schen 1.500 EUR und 6.000 EUR, je nach Bedarf und Wunsch des Kunden. Es ist daher unab­ding­bar, eine genaue Bedarfs­ana­lyse durch­zu­füh­ren. Das teu­erste Gerät muss zwangs­läu­fig nicht immer das geeig­netste für Sie sein. Denn je mehr Funk­tio­nen ein Hör­ge­rät hat, desto höher ist der Preis. Werden Sie all diese Funk­tio­nen über­haupt benö­ti­gen? Dies gilt es her­aus­zu­fin­den. Eine Viel­zahl an Kunden ist mit einem Gerät, das die Kran­ken­kasse über­nimmt, bereits bes­tens ver­sorgt. Von mir erhal­ten Sie zu jeder Zeit eine ehr­li­che und fach­li­che Ein­schät­zung Ihrer Situa­tion. Sehen Sie sich auch hierzu gern meine Bewer­tun­gen auf der Web­seite bzw. Google an.

Hör­ge­rä­te­preise nach Modell­klas­sen

Hör­hil­fen werden in die fol­gen­den drei Tech­no­lo­gie­ebe­nen bzw. Preis­klas­sen ein­ge­teilt: Basis­ge­räte, Mit­tel­klasse und Ober­klasse (High-End). Dabei bieten alle drei Klas­sen eine erst­klas­sige Klang­qua­li­tät, eine opti­male Sprach­ver­ständ­lich­keit und eine Hin­ter­grund­ge­räusch­re­du­zie­rung.

Hörgeräte: verschiedene Modellklassen

Basisklasse/​Kassengeräte: Diese Geräte werden fast kom­plett von Ihrer gesetz­li­chen Kran­ken­kasse über­nom­men (ca. 1.500 EUR beid­sei­tig). Ihr Anteil beträgt ledig­lich 20 EUR. Bei diesen Gerä­ten han­delt es sich um voll­di­gi­tale Hör­ge­räte. Sie ver­fü­gen über Richt­mi­kro­fone, einer Rück­kopp­lungs­un­ter­drü­ckung und einer Stör­ge­räusch­un­ter­drü­ckung. Sie bieten anpass­bare Hör­pro­gramme, haben eine gute Ver­stär­kung und bieten min­des­tens vier Kanäle. Zu den Basis­ge­rä­ten zählen z. B. das Nevara 1 Nano von Ber­n­a­fon oder das Intuis 3 S von Sie­mens. Wenn Sie viel Zeit zu Hause ver­brin­gen, ist ein Basis­ge­rät sehr effek­tiv.

Anschluss­klasse: Diese Geräte liegen preis­lich für einen gesetz­lich Ver­si­cher­ten bei ca. 700 EUR Zuzah­lung für beide Ohren. Der Vor­teil dieser Hör­ge­räte liegt darin, dass eine auto­ma­ti­sche Situa­ti­ons­er­ken­nung das Hören in einer geräusch­vol­len Umge­bung kom­for­ta­bler gestal­tet bzw. mehr Kanäle, bis zu zwölf an der Zahl, dafür sorgen, dass Ihr Hör­ge­rät sen­si­bler reagiert. Zudem ist es mög­lich, den Fern­se­her und Ihr Handy mit den Hör­ge­rä­ten zu kop­peln. Zu den Anschluss­ge­rä­ten gehö­ren z. B. das Siya 2 mini Ex von Oticon oder das Zerena 1 NR von Ber­n­a­fon. Eine Akku­mög­lich­keit ist eben­falls gege­ben.

Mit­tel­klasse: Das sind Hör­ge­räte, deren Zuzah­lung für einen gesetz­lich Ver­si­cher­ten bei ca. 1.700 EUR für beide Ohren liegt. Neben einer noch effek­ti­ve­ren Situa­ti­ons­er­ken­nung und mehr Kanä­len, bis zu 24, ist zu erwäh­nen, dass hier­durch das Hör­ge­rät noch besser die Spra­che von Hin­ter­grund­ge­räu­schen tren­nen kann. Diese Hör­sys­teme sind lern­fä­hig und können sich den Vor­lie­ben des Trä­gers anpas­sen. Sie können das Hör­ge­rät mit einer App auf Ihrem Smart­phone steu­ern und sind eben­falls Blue­tooth fähig. Zu den Mit­tel­klas­se­ge­rä­ten gehö­ren z. B. das Sound Excite 5 R 312 oder das Evoke 220 von Widex.

Ober­klasse (High-End): Hör­sys­teme dieser Klasse erfor­dern eine Zuzah­lung für gesetz­li­che Ver­si­cherte von ca. 3.500 EUR. Sie bieten Ihnen die beste Tech­no­lo­gie für Ihre Ohren. Hör­ge­räte dieser Preis­klasse sind vor allem für Leute geeig­net, die viel unter­wegs oder/​und stän­dig akus­tisch ungüns­ti­gen Situa­tio­nen aus­ge­setzt sind. Bis zu 48 Kanäle und eine stän­dige Abtas­tung“ Ihres Umfel­des sollen dazu bei­tra­gen, höchs­ten Kom­fort in jeder Situa­tion zu genie­ßen. Dar­über hinaus lassen sie sich mit vielen Mul­ti­me­dia­ge­rä­ten kop­peln, können per App auf Ihrem Smart­phone ein­ge­stellt werden. Zu den Ober­klas­se­ge­rä­ten gehö­ren z. B. das Evoke 440 von Widex oder das Audéo M90 von Phonak.

Die Kosten eines Im-Ohr-Hör­ge­räts

Viele Akus­ti­ker bieten keine Im-Ohr-Geräte als Kas­sen­ge­rät an. Der Grund dafür ist meis­tens ein höhe­rer Auf­wand wie z.B. durch das Abfor­men der Ohren. Ich biete Ihnen ein sol­ches Gerät auch im Kas­sen­seg­ment an (ein Zuzah­lungs­ge­rät). Denn Tech­nik, die man hinter dem Ohr ver­bauen kann, kann man auch im Ohr ver­bauen. Ein Ohr-Abdruck muss so oder so genom­men werden. Eine Viel­zahl an Her­stel­lern bietet bereits ein kos­ten­lo­ses Pro­be­tra­gen als Ser­vice an, sodass keine Kosten ent­ste­hen. Es besteht somit kein preis­li­cher Unter­schied zwi­schen Im-Ohr-Gerä­ten und Hinter-dem-Ohr-Gerä­ten.

Lesen Sie im 2. Teil meines Blog­ar­ti­kels, was Sie als Rent­ner beach­ten müssen, wie lange die Ver­ord­nung gültig ist, ob es Ober­gren­zen bei den Kran­ken­kas­sen gibt und welche Fol­ge­kos­ten auf Sie zukom­men können.


Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich jeder­zeit an mich per E-Mail, Tele­fon oder per­sön­lich im Fach­ge­schäft. Ich stehe Ihnen stets bera­tend und unter­stüt­zend zur Seite.

Ihr René Kleine

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